"Hilfe, mein Hund ignoriert mich" – die wahren Gründe warum das passiert (und was wirklich hilft)
- Sarah Engel

- 11. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Du rufst. Dein Hund schaut kurz – und macht dann einfach weiter.
Viele Hundehalter:innen denken in diesem Moment:
„Er ist stur.“ „Er testet mich.“ „Ich bin nicht konsequent genug.“
Die Wahrheit ist:👉 Hunde ignorieren ihre Menschen fast nie absichtlich.
Wenn ein Hund nicht hört, hat das immer einen nachvollziehbaren Grund – und genau diese Gründe schauen wir uns jetzt an.

1. Dein Hund kann nicht hören – auch wenn er es schon mal konnte Hund ignoriert mich
Einer der häufigsten Irrtümer im Hundetraining:
„Er kann das doch, zu Hause klappt es!“
Ja – zu Hause.
Warum Hunde draußen „vergessen“, was sie gelernt haben:
andere Gerüche
mehr Reize
höhere Erregung
Wild, Bewegungsreize, Umweltstress
👉 Verhalten ist kontextabhängig. Ein Sitz im Wohnzimmer ist nicht dasselbe wie ein Sitz im Wald.
Besonders relevant für jagdlich motivierte Hunde. Hund ignoriert mich
2. Dein Hund ist emotional überfordert
Ein Hund, der im Stress ist, kann nicht kooperieren.
Typische Stressauslöser im Alltag:
Leinenbegegnungen
neue Umgebungen
zu wenig Ruhe
zu schnelle Trainingsschritte
Wichtig zu wissen:
Stress blockiert den Lernprozesse. Dein Hund hört dich nicht – weil sein Nervensystem gerade etwas anderes priorisiert.
3. Jagdverhalten schlägt Training
Gerade bei Hunden mit Jagdambitionen gilt:
Jagd ist selbstbelohnend.
Wenn dein Hund Wild sieht, riecht oder wittert:
schüttet das Gehirn Dopamin aus
dein Signal wird biologisch „leiser“
Training wird sekundär
👉 Das hat nichts mit Ungehorsam zu tun – sondern mit Evolution.
Jagdkontrolltraining bedeutet nicht: Verbieten.
Sondern: alternative Handlungsstrategien aufbauen.
4. Tierschutzhunde: andere Lernerfahrungen, andere Erwartungen
Viele Tierschutzhunde haben:
kein stabiles Bindungsvorbild
gelernt, selbst Entscheidungen zu treffen
nie erfahren, dass der Mensch Orientierung bietet
👉 „Ignorieren“ ist hier oft Selbstschutz oder Gewohnheit.
Vertrauen kommt vor Gehorsam. Immer.
5. Dein Training ist (unbewusst) unfair
Das passiert häufiger, als man denkt.
Typische Alltagsfehler:
Signale werden wiederholt
Körpersprache widerspricht dem Wort
Belohnung kommt zu spät
Erwartungen sind zu hoch
💡 Ein Hund hört nicht besser, wenn man lauter wird –sondern wenn Kommunikation klarer wird.
Was wirklich hilft – alltagstauglich & realistisch
✅ Training unter Ablenkung kleinschrittig aufbauen
Nicht vom Wohnzimmer direkt in den Wildpark.
✅ Emotionen regulieren, nicht nur Verhalten
Ruhetraining ist genauso wichtig wie Bewegung.
✅ Jagdverhalten ernst nehmen
Jagdkontrolltraining bedeutet:
Impulskontrolle
Alternativverhalten
Management statt Machtkampf
✅ Beziehung vor Perfektion
Ein Hund folgt Menschen, die Sicherheit geben, nicht solchen, die kontrollieren wollen.
Fazit: Dein Hund ignoriert dich nicht – er kommuniziert
Wenn dein Hund nicht hört, ist das kein Zeichen von:❌ Dominanz❌ Sturheit❌ Respektlosigkeit
Sondern ein Hinweis darauf, dass:
Training angepasst werden darf
Emotionen eine Rolle spielen
Alltag realistischer betrachtet werden muss
👉 Gutes Hundetraining beginnt mit Verstehen – nicht mit Durchsetzen.
Dein Hund hört nicht? Lass uns das gemeinsam ändern.
Ob Rückruf, Jagdverhalten oder Alltagssituationen, in denen dein Hund „abschaltet“ – gutes Training beginnt dort, wo Probleme wirklich entstehen: im echten Leben.
👉 In meinem Alltagstraining & Jagdkontrolltraining unterstütze ich dich dabei, Orientierung, Kooperation und Vertrauen aufzubauen – ohne Druck und ohne unrealistische Erwartungen.
Hier erfährst du mehr über meine Trainingsangebote.




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