🐾 Mehrhundehaltung – doppelte Freude oder doppelte Herausforderung?
- Sarah Engel

- 26. Okt. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Zwei Hunde – doppelte Liebe, doppelte Kuscheleinheiten, doppelte Abenteuer. Für viele klingt das nach einem Traum. Und ja – es kann wirklich wunderschön sein! Ich lebe selbst mit zwei Hunden, Murphy und Hazel, und liebe die Dynamik, die sich zwischen ihnen entwickelt hat. Sie lernen voneinander, sie orientieren sich aneinander, und es ist faszinierend zu beobachten, wie ihre Beziehung sich im Laufe der Zeit verändert.
Aber: Mehrhundehaltung ist nicht immer so harmonisch, wie Social Media es oft zeigt. Und genau darüber möchte ich in diesem Beitrag sprechen.

💡 Warum sich viele einen zweiten Hund wünschen
Oft höre ich den Satz: „Ich will meinem Hund einen Freund schenken.“ Das ist ein schöner Gedanke – aber leider nicht immer die beste Motivation. Denn Hunde suchen sich ihre Freunde nicht so aus wie wir Menschen. Nicht jeder Hund möchte unbedingt Gesellschaft und nicht jedes Team funktioniert automatisch gut, nur weil sie unter einem Dach leben.
Viele Menschen sind enttäuscht, wenn die Hunde nicht kuschelnd zusammen im Körbchen liegen oder ständig miteinander spielen. Dabei ist es völlig normal, wenn Hunde einfach nebeneinander existieren, ohne engste Freunde zu werden – oder sogar mal Konflikte haben.

🐕 Wenn der Welpe erwachsen wird
Ein häufiges Szenario: Man holt einen Welpen zu einem erwachsenen Hund. Anfangs läuft alles wunderbar – der Ältere zeigt sich geduldig, der Kleine orientiert sich an ihm. Doch dann kommt die Pubertät. Hormone, Selbstbewusstsein, Grenztests – und plötzlich knallt es. Der heranwachsende Hund zeigt „expandierendes Verhalten“, sprich: Er entwickelt seine eigene Persönlichkeit und probiert, seinen Platz im Rudel zu finden. Das ist normal, aber eben auch eine Phase, die man begleiten und managen muss
.
👀 Hunde lernen voneinander – im Guten wie im Schlechten
Einer der größten Vorteile (und gleichzeitig Herausforderungen) der Mehrhundehaltung: Hunde lernen voneinander. Das bedeutet: Dein souveräner Ersthund kann deinem Neuling Sicherheit geben und gutes Verhalten vorleben – aber genauso gut kann er sich auch unerwünschte Dinge abgucken. Wenn also einer von beiden an der Leine pöbelt oder schlecht abrufbar ist, kann sich das schnell übertragen.
🚶♀️ Zwei Hunde = doppelte Verantwortung
„Ich gehe ja eh mit einem, dann kann ich auch mit zwei gehen.“
Dieser Satz klingt logisch – aber in der Praxis ist das oft schwieriger. Nicht alle Hunde haben das gleiche Energielevel, nicht jeder Spaziergang eignet sich für beide. Wenn ein Hund krank, alt oder einfach mal ruhebedürftig ist, muss man die Spaziergänge trennen. Auch beim Training funktioniert nicht alles gemeinsam – manchmal ist es wichtig, mit jedem Hund einzeln zu arbeiten, um individuell auf seine Bedürfnisse einzugehen.

💰 Kosten & Organisation – oft unterschätzt
Zwei Hunde bedeuten auch doppelte Kosten: Steuern, Versicherung, Futter, Tierarzt, Ausrüstung – alles summiert sich. Bei uns sind die Hundesteuern beispielsweise von 162 € auf 196 € pro Hund gestiegen. Das muss man vorher einkalkulieren.
Auch die Urlaubsplanung wird komplexer. Eine Betreuung zu finden, die beide Hunde nimmt (oder sie getrennt unterbringen zu können), ist nicht immer einfach. Wir hatten uns das ganz einfach gedacht - Hazel geht zu ihrer üblichen Betreuung und für Murphy finden wir schon wen anderes . Das geht aber leider nicht einfach so, denn zum einen können wir Murphy nicht zu jeden geben und zum anderen hat Murphy nie gelernt ohne Hazel und ohne uns zu sein. Sprich, wir bräuchten eigentlich eine Betreuung die beide Hunde nimmt und das ist wirklich nicht so leicht.

❤️ Fazit: Mehrhundehaltung – wunderschön, aber gut überdenken
Ich möchte die Mehrhundehaltung auf keinen Fall schlechtreden – im Gegenteil! Für mich ist es eine große Bereicherung und ich genieße es jeden Tag, Murphy und Hazel zusammen zu erleben. Ihre Beziehung ist harmonisch, ohne überdreht zu sein und es macht einfach Freude, sie als Team wachsen zu sehen.
Aber: Wer über einen zweiten Hund nachdenkt, sollte das gut planen. Denn Mehrhundehaltung ist kein Selbstläufer – sie kann wunderbar sein, wenn man realistisch an die Sache herangeht, Geduld mitbringt und die Verantwortung sieht, die mit doppelter Hundeliebe einhergeht. 🐾




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